Grußwort des Schirmherren

Als Koblenzer Oberbürgermeister war ich jahrelang Schirmherr des Hospizlaufes Koblenz – Trier.

Als ich dieses Jahr als Pensionär gefragt wurde, dass weiterhin zu tun habe ich mich gefreut und keine Minute gezögert.

Das hat zwei Gründe:

Erstens Lauf.

Laufen ist gut, Bewegung ist gut. Etwas für die Fitness zu tun.

Erst als Staatssekretär und dann als Oberbürgermeister kam das zu kurz. Die Allgemeinheit ging vor. Diese Priorität ging an meiner Gesundheit sichtlich nicht ohne Auswirkungen vorbei.

Deshalb gehörte es zu meinen Vorsätzen für den Ruhestand: täglich Bewegung. Spaziergänge, Joggen, Fahrradfahren, Tennis, egal was, aber immer mindestens zwei Stunden am Tag.

Nach einem halben Jahr hatte ich 16 kg abgenommen und lief wieder mit knapp 100 kg und knapp 68 Jahren nach Jahren meinen ersten Halbmarathon. Wenn man so will, erbärmlich langsam, aber ich komme an. Und so will ich auch dieses Jahr beim Hospizlauf die erste Etappe von Koblenz nach Winningen mitlaufen. Nicht so schnell, wie die jungen Durchtrainierten. Wenn ich ankomme, dann sind die schon in Kobern-Gondorf. Egal. Ich werde ankommen und will anderen Senioren Mut machen, auch das Alter für die Fitness zu nutzen.

Mein Arzt jedenfalls hat mir vor ein paar Wochen beim Generalcheck eine wunderbare Diagnose gestellt: „Egal, was Sie gemacht haben, das letzte Jahr. Machen Sie einfach so weiter!“

Für mich ist wichtig, keine Lebens versauernde Diät zu machen. Ich trinke jeden Tag ein Bierchen oder ein paar Gläser Wein.

Man macht ja etwas für die Fitness, um das Leben im Alter noch genießen zu können.

Zweitens Hospiz.

Eines ist sicher im Leben: der Tod. Was wir nicht wissen ist wann und wie? In meinem Alter verbringt man viel Zeit auf Friedhöfen, auf Beerdigungen, in Krankenhäusern und Alteneinrichtungen.

Dem Tode kann niemand aus dem Wege gehen. Aber eines ist ganz wichtig: das Recht auf menschenwürdiges Sterben.

Ich habe auch aus persönlichem Erleben bei den Eltern Palliativmedizin kennen und schätzen gelernt. Und ich habe miterlebt, wie segensreich Hospizeinrichtungen für manch letzte Lebensphase sein können.

Wir neigen ja dazu, den Tod zu verdrängen. Das ist falsch. Der Tod gehört zum Leben. Deshalb sollten wir auch Hospizeinrichtungen nicht verdrängen, sondern bejahen und unterstützen. Sie brauche auch materielle Unterstützung. Auch dem dient der Hospizlauf.

Der Hospizlauf bringt beides wunderbar zusammen. Er appelliert an uns, uns täglich bewusst zu bewegen. Und er wirft ein wichtiges Schlaglicht auf die humanitär so wichtigen Hospizeinrichtungen. In Koblenz, in Trier und rund herum.

Ich wünsche dem Hospizlauf Koblenz – Trier von Herzen viel Erfolg.

 

Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig

Schirmherr Hospizlauf 2019

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